Jemen

Hinweis: Derzeit rate ich von einem Besuch des Jemens auch mit einem professionellen Partner vor Ort ab. Die Sicherheitslage hat sich enorm verschlechtert. Diese Tour “nachreisen”, die noch unter besseren Voraussetzungen stattfand, sollte derzeit nicht in Betracht gezogen werden. Siehe auch Hinweis am Ende des Artikels. Die aktuelle Sicherheitslage kann auf dieser Seite des deutschen Auswärtigen Amts nachgelesen werden.

Jemen – ein Bericht über eine Reise in eines der aus westlicher Sicht exotischsten Länder der Welt.

Die traditionellen Häuser aus Lehm im Jemen.

Die traditionellen Häuser aus Lehm im Jemen.

Noch im Flugzeug war ich ein bisschen nervös: Jemen. Was erwartet mich da? Schon seit der Expo in Hannover 2000, mit dem eindrucksvollen Pavillon, träumte ich von diesem Land, das ich unbedingt immer bereisen wollte, und nun war es soweit. Es dauerte bei der Einreise am Flughafen in Sana’a eine Weile, bis der Stempel auf meinen Pass donnerte. “Welcome to Yemen!”, sagte der zuerst nicht sehr freundliche Grenzbeamte nun doch recht einladend. In diesem Moment wachte ich innerlich auf und realisierte, wo ich nun war. Unser Guide Kasim und unser Fahrer Asis, die während unseres Aufenthaltes unsere beste Lebensversicherung darstellten, warteten schon mit dem großen und schweren Geländewagen vor der Tür und fuhren uns ins Hotel. Schon der Weg dorthin verzauberte uns. Gehupe, Lärm, viele Menschen in traditionellen Gewändern und dem obligatorischen Krummdolch und eine Stadt, die fast nur aus Lehm gebaut ist. Architektonisch eine Meisterleistung. Schnell schlief ich ein und fühlte mich wie in “1001 Nacht”. Mitten in der Nacht fuhr ich hoch, weil es unglaublich laut wurde. Ich wusste nicht, was passiert war, zog aber vor Schreck die Decke über mich. Dabei rief “nur” der Muezzin zum Gebet und die Moschee war in direkter Umgebung mit einem überdimensionierten Lautsprecher, der genau auf mein Zimmer zeigte. Ich war hellwach und wie paralysiert, erst ein bisschen sauer um meinen Schlaf, den ich nach dem Flug wirklich dringend brauchte, dann jedoch irgendwie fasziniert.

Autofahren im Kanal in Sana'a.

Autofahren im Kanal in Sana’a.

Am nächsten Tag holte uns unser Reiseführer ab und – endlich durften wir durch die Gassen der Stadt laufen, ohne hinter Fenstern in einem Geländewagen zu sitzen bzw. ohne die Mauern des Hotels anschauen zu müssen. Wir gingen vom nahegelegenen Souk-Al-Milh (Souk = arabisch für “Markt”) bis hin zum legendären Bab-Al-Yemen, dem mächtigen Eingangstor. Der Souk war genau so, wie ich ihn mir vorgestellt habe: Gewürze wie Zimt, Weihrauch, Safran, über Kochutensilien, Souvenirs und Teppiche bis hin zu handwerklichen Dingen (alles handgemacht), ja sogar die Droge Kat konnte man hier kaufen. Es war ein einziger Mischmasch aus diversesten Sinneseindrücken. Hier fiel mir auch zum ersten Mal auf, wie freundlich die Menschen sind. Die Einwohner bevölkern eine Stadt, die man hierzulande als Museum zeigen würde und haben nichts Besseres zu tun, als uns für eine Attraktion zu halten. Jeder winkte und lächelte. Vereinzelt riefen sie uns auch in gebrochenem Englisch “Welcome to Yemen” zu. Zum Mittagessen gab es Hühnchen und Reis in einem kleinen Restaurant. Die dortigen Restaurants sind nicht das, was wir uns darunter in Deutschland vorstellen, sondern kleine Räume mit vielen Plastikstühlen und Tischen, meist nach vorne offen. In der Regel gibt es nur ein oder zwei Gerichte.

Die Fahrt ging am Nachmittag nun erstmals aus der Stadt heraus in das Wadi Dhar zum Palast des Imam. Für uns etwas gewöhnungsbedürftig: Im Jemen kann man nicht einfach so im Land herumfahren. Es gibt Bezirke, die durch Checkpoints getrennt werden und nur mit einem speziellen Permit passiert werden dürfen. Händler zum Beispiel haben so etwas – und Touristen. Wir sollten innerhalb unserer Tour 42 dieser Scheine verbrauchen – in gerade mal 14 Tagen. Der Palast ist wahrlich sehenswert: Ein 60 Meter hoher Felsen mit einem waghalsig gebauten mehrstöckigen Lehmgebäude, das als Museum umfunktioniert wurde. Die kleine Tanzeinlage von Einheimischen war zum Glück nicht uns gewidmet (so etwas Gestelltes mag ich gar nicht), sondern einfach spontan und authentisch. Leider sahen wir nur das Ende davon. Ein Souvenirhändler verriet mir, dass er seit mehr als sechs Wochen keinen ausländischen Touristen mehr gesehen habe und das an einer der Hauptattraktionen im Land, dessen Bild sogar auf unseren Visa im Hologramm zu sehen ist. Seitdem sich die Sicherheitslage derart verschlechtert hat, kommen kaum noch Touristen. Außer Entwicklungshelfern und Diplomaten sind nur wenige Ausländer aus dem Westen hier. Abends fuhren wir wieder zurück nach Sana’a.

Palast des Imman im Wadi Dhar.

Palast des Imman im Wadi Dhar.

Kinder mit den strahlenden Augen.

Kinder mit den strahlenden Augen.

Der nächste Tagesausflug führte uns in die Stadt Thula mit einer beeindruckenden Festung. Hier lernten wir eine Jemenitin kennen, die uns in dieser verwinkelte Stadt herumführte und auch noch sehr gut Deutsch sprach. Faszinierend, wie sie es geschafft hat, mit Filmen, Kassetten, Kinderbüchern, Zeitschriften und Büchern, die sie jahrelang von Touristen gesammelt hat, Deutsch zu lernen. Weiter ging es nach Kawkaban mit seiner Zitadelle und abermals schönen Lehmhäusern. Die 350 Höhenmeter nach Shibam konnten wir einfach zu Fuß nach unten laufen. Wovon die Kinder (hier hat uns eines im Auftrag von Kasim geführt) übrigens immer begeistert waren, sind unsere Gummibärchen.

Zitadelle in Kawkaban.

Zitadelle in Kawkaban.

Beladungsgrenzen gibt es nicht. Solange das Auto fährt passt alles. ;-)

Beladungsgrenzen gibt es nicht. Solange das Auto fährt passt alles. 😉

Tag vier brachte uns nun weiter ins Land hinein: Wir fuhren nach Amran, einer weiteren enorm sehenswerten Stadt mit Lehmhäusern, die mehrere hundert Jahre alt sind. Vorher mussten wir an einem Checkpoint aber sehr lange warten. Warum, erfuhren wir dann später: Wir bekamen ab hier Schutz der Armee. Sprich, ein Fahrzeug fuhr vor uns, eines hinter uns, besetzt mit zahlreichen Soldaten mit Kalaschnikows im Anschlag. Grund hierfür war, dass wir uns inzwischen gefährlich weit im Norden befanden, dicht an der Provinz Saada, in dem der Huthi-Konflikt tobt und die al-Qaida ihr Unwesen treibt. Hier war mir anfangs sehr unwohl, aber ich merkte, wie gut die Agentur alles organisiert hatte. Was steckt da für Arbeit dahinter, die Permits zu besorgen und sogar die Armee einzuspannen? Mit dem berühmten Bakschisch (“Gabe”) geht aber alles im Jemen. Über die Orte Kohlan und Al Wali fuhren wir nach Hajja, wo wir einen imposanten Ausblick über die Landschaft des Jemen hatten. Hier kann man auch die Terrassen besonders gut sehen, auf den die Droge Kat angebaut wird. Das ganze Land ist damit übersät und mehr als 20% des BIP werden damit erwirtschaftet. Leider ist inzwischen auch dieses Gebiet unter Huthi-Kontrolle.

Terrassen mit Drogenfeldern. Mühsam angelegt durch jahrelange Handarbeit.

Terrassen mit Drogenfeldern. Mühsam angelegt durch jahrelange Handarbeit.

Nur keinen Schritt weiter. Genau hier stand ich auch. ;-)

Nur keinen Schritt weiter. Genau hier stand ich auch. 😉

Von unserer restlichen Fahrt nach Mahweet bekam ich leider nicht viel mit. Ständig mussten wir anhalten, weil ich abwechselnd Durchfall und Erbrechen hatte. Nur beim Mittagessen ging es mir wieder besser: Wir waren in einem Bergrestaurant, in dem die meisten Leute noch nie westliche Ausländer gesehen haben. Die Menschen lächelten uns ganz fasziniert an, selbst die Soldaten lächelten durchwegs und sahen weniger auf ihr Essen, als auf uns. Ihre Waffen lagen auf dem Tisch – einfach neben dem Brot. Bis zum Abend ging es mir leider wieder schlechter, da ich mir am Abend vorher ein paar Weintrauben gegönnt habe – ein grober Fehler gegen die eiserne Regel: Koch es, schäl es, oder wirf es weg! Die Trinkwasserqualität im Jemen ist extrem schlecht. Selbst zum Zähneputzen müssen wir gekaufte Trinkwasserflaschen verwenden. Hygiene ist das A und O!

Auf einem Souk bieten Händler stolz ihre Ware an.

Auf einem Souk bieten Händler stolz ihre Ware an.

Tetris auf jemenitisch. ;-)

Tetris auf jemenitisch. 😉

Die Nacht tat mir gut, die Medikamente wirkten zum Glück und die Weiterfahrt war kein Problem. Mein Verhalten von vorgestern sollte mir aber eine Lehre sein. Zum Glück hatte ich das hinter mir, denn die Fahrt durch das Wadi, war trotz des Autos eine Zumutung. Es wurde noch wärmer, tropischer und der Geruch des Meeres kam näher. Ab hier konnten wir auch wieder ohne Militär weiterfahren und besuchten das Volk der Tihama – das ärmste, das ich je gesehen habe: In kleinen Hütten aus Ästen wohnten ganze Familien. Dennoch ist mir hier zum ersten Mal im Leben bewusst geworden, dass Geld nicht alles sein kann. Wie ist es möglich, dass diese Menschen nichts – wirklich gar nichts – haben und trotzdem so fröhlich, glücklich und einladend sind? Ohne von uns etwas zu erwarten, luden sie uns ein, ihre Heime zu besichtigen und zu fotografieren. Eine tolle Stimmung und wundervolle Menschen! Wir fuhren im Anschluss nach Khamis Bani Saad, wo jeden Donnerstag einer der größten Märkte des Landes stattfindet. Von überall kommen die Händler her und es gibt ein vielfältiges Angebot: Körbe, Ziegen, Kamele, Obst, Gemüse, Gewürze und natürlich jede Menge Kat. Als wir zurückgingen, war eine Ziege in einem Karton auf dem Dach eines Autos – zusammengebunden mit Schnüren. Aber wo war unser Auto? Oh, das ist unser Auto! Unser Fahrer hat allen Ernstes eine Ziege gekauft und will sie fürs Opferfest in wenigen Tagen mitnehmen. Sie blökte während der Fahrt immer wieder, wir stiegen aus und ich gab ihr Futter. Sehr witzig war das. Über Tierschutz darf man sich in diesem Land keine Gedanken machen. Haustiere gibt es hier nicht, nur Nutztiere. Die Menschen haben schon viel zu wenig für sich selbst. Unsere Fahrt ging weiter durch Dattelplantagen nach Hodeida und am späten Nachmittag waren wir da. Am Roten Meer.

Ich beim Ziegefüttern. ;-) Nicht nur die Ziege hat unser Fahrer gekauft, sonder auch gleich das Futter.

Ich beim Ziegefüttern. 😉 Nicht nur die Ziege hat unser Fahrer gekauft, sonder auch gleich das Futter.

Begegnung unterwegs.

Begegnung unterwegs.

Der Fischmarkt am nächsten Tag war für die Nase und für die Augen eine Zumutung, aber für die Kamera ein Genuss. Von den hygienischen Zuständen mal abgesehen, war ich begeistert, was für riesige Fische die Männer mit nach Hause brachten. Über Zabid, eine Stadt mit dem Titel “Weltkulturerbe” ging es nach Kawka – unser letzter Punkt für heute. Wir hatten zudem versucht, unsere Route zu ändern, wollten nicht bis nach Aden, sondern lieber nach Hadramaut. Kasim telefonierte hin und her, bis das endgültige “Nein” der Agentur kam. Es sei zu gefährlich. Selbst mit einem Inlandsflug ist die Situation zu angespannt und Sicherheit geht vor. Wieder wurden wir daran erinnert, wo sind.

Fischer stapeln ihren Fang auf einem Fischmarkt.

Fischer stapeln ihren Fang auf einem Fischmarkt.

Wir fuhren nun sehr lange nach Taiz, eine Stadt, die in den Bergen liegt und so pulsierend ist wie Sana’a. Überall Verkehr und unserer Fahrer, der von hier kommt, kennt fast jeden. Abends waren wir bei seiner Familie eingeladen, denn heute war ja das Opferfest, zu dem es unsere Ziege (die Mitfahrerin auf dem Dach) gab. Nein, das ist kein Scherz, aber es war sehr lecker. Außerdem blieb da natürlich noch der tolle Eindruck einer Privateinladung im echten Lehmhaus – allerdings ein extrem gut ausgestattetes. Wir Männer durften die Frauen im Haus natürlich nicht kennenlernen. Nur unsere Frau in der Runde hatte das Privileg die Frauen unverschleiert zu sehen. Schade. 😉

Blick auf das Labyrinth von Taiz.

Blick auf das Labyrinth von Taiz.

Am nächsten Morgen ging es auf den Jabal Sabr, von dem wir eine grandiose Aussicht auf die Stadt hatten, die wie ein einziges Labyrinth wirkt. Außerdem durften wir in die Moschee und das Imam Museum. In der Stadt konnten wir uns recht frei bewegen, was ich am Nachmittag auch gleich nutzte: Ich fand, nach längerem ziellosem Herumfragen, ein Internetcafé mit sehr langsamer Verbindung. Als ich es betrat, stoppten alle Kinder und Jugendliche, die das Café zum Zocken verwendeten, und sahen mich ganz ruhig an. Ein paar lächelten und winkten. Niemand hier drin hatte außerhalb des Fernsehers je einen westlichen Ausländer gesehen, sagte mir der Inhaber, der bestimmt noch längst keine 20 Jahre alt war. Ich setzte mich an ein Terminal und beantwortete – ohne einen Funken Privatsphäre – meine Mails. Nach einer viertel Stunde verloren die Umstehenden jedoch das Interesse und zockten weiter. Was für ein Erlebnis!

Internetcafé in Taiz.

Internetcafé in Taiz.

Weiter ging es am nächsten Tag auf einen Ausflug nach Jibbla, mit der ältesten Moschee (aus dem Jahr 1088) und nach Ibb. Abends waren wir wieder in Taiz. Wir wussten, dass jetzt, langsam aber sicher, die Reise zu Ende ging, was wir sehr traurig fanden. Einen großen Punkt hatten wir aber noch vor uns: Aden, die Hafenstadt mit den gewaltigen ehemaligen Zisternen, dem riesigen Hafen, der u.A. für Kreuzfahrtschiffe vorgesehen ist. Nachmittags spazierten wir am Strand entlang und sahen Menschen beim Baden – natürlich in kompletter Kleidung – und andere mit Quads herum düsen, einer Art Volkssport. Ich sah über das Meer und wusste, dass wir am Golf von Aden sind, jenes Meer, das voller Piraten steckt und einer der beliebtesten Fluchtrouten von Menschen aus dem gegenüberliegendem “failed state” Somalia ist, die man hier sehr häufig antrifft. Es gibt ein großes Luxus-Hotel, das wir mieden. Dagegen wurden wir in ein kleines, aber sehr gemütliches Hotel gebracht, denn die großen bilden weitaus wahrscheinlichere Anschlagsziele.

Am nächsten Tag fuhren wir zurück in die Hauptstadt Sana’a. Der Weg führt durch einige Stammesgebiete und ist gesäumt von Checkpoints. Immer wenn wir fotografieren und aussteigen wollten, ermahnte uns der Reiseleiter doch bitte schnell weiterzufahren. Warum war er so nervös? Wir merkten, dass sich die Leute nicht so aufgeschlossen verhielten, wie wir es gewöhnt waren. Wir erfuhren den Grund der Unruhe von Kasim und Asis: Anscheinend wurde die Zeit, die wir zwischen den Checkpoints brauchten, gestoppt. Wir waren immer zu spät dran und es wurde schon hektisch telefoniert. Man fühlt sich auf dieser Strecke nicht sonderlich wohl, auch wenn es noch tolle Dinge zu sehen gab: Ausläufer der Wüste, ein Vulkansee, Katplantagen und tolle Landschaften. In Sana’a kamen wir völlig fertig an und fielen ins Bett. Natürlich währte die Ruhe nicht lang, schließlich waren wir wieder im selben Hotel und der Muezzin erinnerte uns erneut zum Gebet.

Auf der Strecke zwischen Aden und Sana'a.

Auf der Strecke zwischen Aden und Sana’a.

Ein Ausflug nach Manakha und Al-Houdaib war noch möglich. Großartige Städte, eingebettet in die fantastische Landschaft des Jebel Haraz. Am Abend im Hotel in Sana’a habe ich einen Ausgang am Ende der Treppe gefunden. Dadurch konnten wir auf die Dachterrasse klettern und in der Dunkelheit auf diese tolle Stadt herunterschauen. Ebenfalls ein grandioses Erlebnis. Beim Abendessen lernten wir ein paar deutsche Entwicklungshelfer kennen, die neben uns saßen. Wir unterhielten uns über ihre interessante Arbeit und die Aussichten, die dieses Land hat.

Jemeniten bauen immer möglichst an der höchsten Stelle am Berg. Je höher die Lage , desto höher der soziale Stand.

Jemeniten bauen immer möglichst an der höchsten Stelle am Berg. Je höher die Lage , desto höher der soziale Stand.

Den letzten Tag verbrachten wir noch mal in Sana’a. Wir konnten uns die Zeit frei einteilen und gingen einkaufen auf dem Markt, wo ich durch die Gassen schlendern Safran und Zimt besorgte. Ich atmete noch einmal durch und zog das Flair dieser Stadt in mich hinein. Ich werde das alles hier vermissen: Die Menschen, die Landschaft, die Gastfreundschaft. Mir ist bewusst, dass die Chancen, dass der Jemen ebenfalls ein “failed-state” wird, leider sehr hoch und eine Wiederkehr vollkommen unwahrscheinlich ist. Am Flughafen folgte ein kurzer Abschied von Kasim und Asis, die mangels Touristen eine Weile frei haben, dann stiegen wir in den Flieger…

Epilog:
Entführungen wurden bislang von Stämmen immer dazu benutzt, von der Zentralregierung gemachte Zusagen einzufordern (z.B.: Bau eines Krankenhaues) – die Entführten wurden dabei sehr gut behandelt und stets freigekauft. In der jüngeren Geschichte ist es allerdings durch al-Qaida-nahe Organisationen zu gezielten Tötungen gekommen.

Kurz nach unserer Abreise erfuhren wir, dass eine der deutschen Entwicklungshelferinnen, die neben uns am Tisch saßen, zusammen mit ihren Eltern, die sie besuchten, entführt wurde. Sie kamen nach mehreren Tagen und einer hohen Lösegeldsumme wieder frei. Wenig später gab das Auswärtige Amt in Berlin eine vollständige Reisewarnung heraus, die bis heute gilt.

One thought on “Jemen

  1. Der Jemen war schon immer das Land, welches mich unglaublich faszinierte! Leider habe ich den Zeitpunt verpasst und ich fürchte, dass ich das Land abhaken kann. Um so schöner ist es, solche Berichte zu sehen.
    Beste Grüße
    Claus

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