Indonesien I – Insel Java

Indonesien – Insel Java – Kultur satt und traumhafte Natur

Indonesien ist ein Land, das nur aus Inseln besteht. 17.500 in der Zahl, doch nur 6044 sind bewohnt. Nur drei Länder weltweit haben mehr Einwohner. Tempelanlagen, Vulkane, Traumstrände und Natur pur: Es gibt haufenweise Gründe hier hin zu fahren. Einige davon sind hier…

Die Einreise in Jakarta dauerte ewig, obwohl wir doch schon Visa vor der Reise beantragt hatten. Kaum waren wir aus dem Sicherheitsbereich des Flughafens draußen, wurden wir fast überrannt von Taxifahrern. Wenn man nicht aufpasst, ist das Gepäck ruck zuck im Taxi. Wir fragten aber nach dem “Public Bus” und man antwortete uns immer, dass es keinen Bus gebe, nur Taxen. Trotzdem suchten wir und kaum ein paar Meter weiter war ein Schalter. Für 40.000 Rupiah kauften wir zwei Tickets in die Innenstadt nach Gambir Station. Diese Fahrt in die Innenstadt ist mit dem Taxi irrsinnig teuer, denn sie dauert um diese Uhrzeit (19 Uhr) quälend lange fünf Stunden, da alle Straßen der fast 10 Mio. Einwohner Stadt völlig verstopft sind. Todmüde liefen wir mitten in der Nacht von Gambir bis nach Jaksa, der Gegend mit den meisten Hotels und checkten in das erste Hostel ein. Es war sehr billig (7 Euro für uns beide) und entsprechend im Standard, aber egal, es war ja nur für eine Nacht. Die Ecke war zudem sowas von finster – so richtig wohl konnte man sich nicht fühlen.

Blick über Jakarta. Zu sehen gib es hier wenig und der Verkehr ist gigantisch.

Blick über Jakarta. Zu sehen gib es hier wenig und der Verkehr ist gigantisch.

Morgens schliefen wir ewig aus und erkundeten die Gegend. Sie entpuppte sich als doch recht schön, hatte kleine Gassen und einen Supermarkt gleich nebenan. Auch ein neues Hotel fanden wir gleich ein paar Meter weiter (hätten wir das gewusst!). Für 20 Euro pro Zimmer und Nacht bekamen wir einen super Standard und ein Frühstück. Der Tag galt aber dem Organisatorischen. Handkarten besorgen, Verbindungen zur Weiterfahrt checken usw. Außerdem sahen wir uns ein paar Sehenswürdigkeiten, wie die große Moschee und das “Monument Nasional” an. Uns fiel sofort auf, dass immer wieder versucht wurde, uns über den Tisch zu ziehen. Üblicher Trick: Man handelt einen Preis aus und der Fahrer fährt ans Ziel. Dann gibt man ihm das Geld und geht weiter, woraufhin er das schimpfen anfängt, der Preis sei pro Person. Aber das Spiel kannten wir schon und gaben immer nur das Vereinbarte. Das Monument Nasional ist die zweite große Sehenswürdigkeit von Jakarta und auch die letzte. Auf Wunsch führen ältere Schülerinnen, der Tourismusschule die Leute im Monument herum. Sie wissen ziemlich viel und umgarnten uns fast schon, was uns natürlich sehr gut gefiel. 😉 Mit einem riesigen Tam-Tam wird dort auch die Unabhängigkeitserklärung alle paar Stunden für wenige Augenblicke gezeigt.

Das "Monument Nasional" ist einer der wenigen Sehenswürdigkeiten der Stadt, bietet aber einen super Blick über die Stadt.

Das “Monument Nasional” ist einer der wenigen Sehenswürdigkeiten der Stadt, bietet aber einen super Blick über die Stadt.

Die Unabhängigkeitserklärung kommt mit großem Tam Tam ans Licht.

Die Unabhängigkeitserklärung kommt mit großem Tam Tam ans Licht

Die zentrale Moschee bietet Platz für zigtausende Betende und ist innen sehr schön.

Die zentrale Moschee bietet Platz für zigtausende Betende und ist innen sehr schön.

Am nächsten Tag schon verließen wir das ziemlich uninteressante Jakarta mit dem Schnellzug, wobei wir den drei Schülerinnen versprechen mussten, dass wir uns melden, wenn wir zurück sind. Bei dem Service im Zug könnte sich die Bahn wahrlich eine Scheibe abschneiden. Luxus pur mit Liegesesseln und super Essen und das Ticket kostet gerade mal 110.000 Rupiah – für 8 Stunden! Wer es authentischer mag, bucht am besten die zweite oder sogar dritte Klassse, wo man dann zusammen mit Einheimischen zwischen Ziegen und Co. sitzt.

Hauptbahnhof in Jakarta.

Hauptbahnhof in Jakarta.

Am nächsten Tag schauten wir uns Yogyakarta an. Zuerst natürlich den Sultanspalast, der beeindruckend schön ist. Alleine darf man hier nicht durchlaufen, man wird geführt. Der Sultan ist im ganzen Land sehr anerkannt und wird als moderner Sultan verehrt, immerhin ist er der erste mit “nur” einer Frau und zwei Kindern.

Königspalast in Yogyakarta

Königspalast in Yogyakarta

Außerdem lohnt sich ein Gang durch die Altstadt mit den verwinkelten Gassen und den kleinen Märkten hinter dem Palast. Überall sieht man liebevoll gepflanzte Blumen. Wir nutzten diesen Weg, um uns auch den Wasserpalast anzuschauen. Damals durfte der Sultan hoch oben im Turm sitzen und auf die beiden Pools schauen. Er konnte dann eine seiner Frauen, die im Pool schwammen auswählen. Tradition in dieser Stadt ist es, mit den Augen verbunden durch zwei Bäume zu laufen, wozu uns die Einheimischen animierten. Wir schafften es leider nicht und damit wurde uns besonderes Glück verwehrt. Besonders oft scheinen hier “Guides” vertreten zu sein, denn jeder will einem die Stadt zeigen. Meistens landet man am Ende der “Führung” in irgendeinem Geschäft von einem nahen Verwandten. Dazu kommt der irrsinnige Verkehr in der Stadt, denn jeder noch so junge Teenager hat einen eigenen Roller.

Fragt man nach dem Weg, wir man zum Ziel "gebracht". Allerdings zum falschen Ziel. Meistens landet man in einer Kunstgallerie, wo man kräftig kaufen soll.

Fragt man nach dem Weg, wir man zum Ziel “gebracht”. Allerdings zum falschen Ziel. Meistens landet man in einer Kunstgallerie, wo man kräftig kaufen soll.

Der nächste Tag galt ausschließlich der Tempelanlage von Prambanan, der wichtigsten und größten hinduistischen Indonesiens. Auch hier wird man wieder von Schülerinnen der Tourismusschule herumgeführt. Die Anlage selbst ist ca. aus dem Jahr 850, wurde allerdings immer wieder restauriert. Sie ist gelinde gesagt umwerfend. Wie viele Details man hier sehen kann und das bei derart vielen Tempeln! Es ist nicht verwunderlich, dass die UNESCO 1991 die Tempel zum Weltkulturerbe ernannt hat. Beim Besichtigen wird man fast überfallen von Schulkindern, die gerade Englisch lernen und die als Übung westliche Besucher interviewen müssen. Da braucht man viel Geduld, die immer wieder gleichen Fragen zu beantworten. Aber naja, ist ja alles für einen guten Zweck. 😉

UNESCO-Weltkulturerbe: Die Tempelanlage von Prambanan.

UNESCO-Weltkulturerbe: Die Tempelanlage von Prambanan.

Von allen Seiten wird man "interviewt" und fotografiert. Schüler machen das, um ihr Englisch zu trainieren. Die Fragen beantwortet man wieder und wieder ganz geduldig. ;-)

Von allen Seiten wird man “interviewt” und fotografiert. Schüler machen das, um ihr Englisch zu trainieren. Die Fragen beantwortet man wieder und wieder ganz geduldig. 😉

Natürlich durfte auch ein weiteres Highlight nicht fehlen. Die Tempelanlage Borobudur, noch mal 100 Jahre älter als Borobudur und mindestens genauso sehenswert. Wir checkten in das Manohara Hotel ein, das innerhalb der Parkgrenzen liegt und freien Zugang zum Tempel bietet. Der hohe Preis rechnet sich damit sehr schnell. Außerdem hatten wir damit ein super schickes Hotel und konnten uns nach der bis jetzt schon strapaziösen Reise erholen und den Luxus genießen.

Der Tempel Borobudur ist von wunderschöner Natur umgeben und lässt einen staunen.

Der Tempel Borobudur ist von wunderschöner Natur umgeben und lässt einen staunen.

Blick auf die tropische Umgebung von Borobudur.

Blick auf die tropische Umgebung von Borobudur.

Borobudur ist genaugenommen eine Stupa, kein Tempel, die stufenförmig angelegt ist. Auf jeder Stufe sind Abbilder vom Leben Siddhartha, der zu Buddha wurde. Der übliche Gang Gläubiger ist daher dieses Leben nachzuvollziehen, in dem man stufenweise die Stupa erklimmt. Eingebettet in eine traumhafte Landschaft ist das auch aus touristischer Sicht ein Erlebnis. Vor allem beim Sonnenaufgang für den es ein eigenes Ticket gibt.

Was für ein Erlebnis! Sonnenaufgang über Borubodur.

Was für ein Erlebnis! Sonnenaufgang über Borubodur.

Pünktlich holte uns ein Fahrer vom Hotel ab und brachte uns zum Treffpunkt in Yogyakarta, wo man uns zusammen mit anderen Touristen in einen total heruntergekommenen Bus setzte. Mit diesem fuhren wir dann bis zum Bromo Nationalpark. Diese Touren werden überall verkauft. Ein Tag Anreise zum Bromo, morgens Sonnenaufgang und dann am gleichen Tag weiter nach Bali. Das ist natürlich viel zu viel. Nächstes Mal würden wir wieder alleine fahren. Die Fahrt war zudem die Hölle. Ein aggressiver Fahrer, der sich wirklich durch nichts beruhigen ließ und raste wie ein Henker. Gurte gab es zudem im Auto auch nicht, wie in Südostasien üblich. Erst als wir gemeinsam deutlich wurden, was wir davon halten, hat es sich leicht gebessert. Auf einer Zwischenstation war eine Karte an der Wand, wo der Weg zum Gipfel als mindestens zwei bis drei Stunden beschrieben worden ist. Mit dieser Karte wollte ein Mann uns zusätzlich die Fahrt zum Gipfel verkaufen, aber wir lehnten dankend ab. Wir hatten genug und wussten schon von unseren Eltern, die das ebenfalls als Betrug einstuften und Recht behalten sollten. Angekommen im Hotel hatten wir einen lustigen Anblick. Vor uns stand ein sehr kleiner Einheimischer, der mit einer dicken Daunenjacke, die ihm bis zu den Füßen reichte, eingepackt war. Wir grinsten uns an, waren wir doch noch im T-Shirt unterwegs. Das Hotel war aber klasse. Das Essen war lecker und das Hotel wie eine Blockhütte in den Alpen. Sehr gemütlich.

Am nächsten Tag standen wir gegen 4 Uhr auf und gingen Richtung Gipfel. Für die Strecke brauchten wir keine dreiviertel Stunde. Die anderen, die gestern die teure Abholung gebucht hatten fluchten, denn der Jeep kam nur bis zu einer bestimmten Stelle. Will man dann immer noch nicht weiterlaufen, stehen Esel bereit, die natürlich extra kosten. Aber auch diese Esel kommen nicht bis zum Gipfel, so dass man immer noch die letzten 10 Minuten zu Fuß gehen muss. Auch die Jacken, die man mieten kann sind viel zu dick, also lieber Finger weg. 😉 Unsere haben völlig gereicht. Der Ausblick vom Kraterrand ist phänomenal und der Sonnenaufgang auch. Leider muss man sich das Erlebnis mit vielen anderen teilen, aber es ist trotzdem sehenswert. Vor allem, wenn der Vulkan gerade aktiv ist, wie bei uns. Die frühe Weiterfahrt nach Bali ärgerte uns im Nachhinein. Wir hätten wie einige andere auf die vorgefertigte Reise verzichten und auf eigene Faust den Bromo erkunden sollen.

Sonnenaufgang am Vulkan Bromo. Traumhaft. Allerdings muss man sich das Erlebnis mit vielen teilen. ;-)

Sonnenaufgang am Vulkan Bromo. Traumhaft. Allerdings muss man sich das Erlebnis mit vielen teilen. 😉

Mein erster Vulkanausbruch. Das rumpelt ganz schön! ;-)

Mein erster Vulkanausbruch. Das rumpelt ganz schön! 😉

Von hier aus ging es dann weiter nach Bali.

One thought on “Indonesien I – Insel Java

  1. Die gleiche Erfahrung mit der Bromtour hatten wir auch gemacht. Wir sind auch von Yogyakarta aus mit dem krassesten Fahrer ever gestartet und wussten nach den 11 Std Fahrt schon gar nicht mehr, welches Körperteil uns nicht wehtat, hatten dann 1 Std Zeit, um den Sonnenaufgang zu beobachten, ca. 2 Std. Zeit am Krater und dann mussten wir direkt ohne Frühstück weiter zum Touristenbüro, wo wir an einer lärmenden Hauptstraße 3 Stunden darauf warteten , dass uns der Bus nach Bali einsammelte…zum Glück hatten wir den Fahrer vorher noch überredet, an einem Supermarkt anzuhalten, so dass wir in den 3 Std. wenigstens etwas in den Magen bekamen. Insgesamt aber auf jeden Fall eins der beeindruckendsten Erlebnisse auf unserer Indonesientour- was vielleicht auch der Grund dafür ist, warum wir es im Nachhinein lieber alleine “in Freiheit” unternommen hätten… 😉 LG, Andy, Miri und Skar

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